Im Überblick

Der Vielvölker- und einstmalige französische Kolonialstaat Mali liegt in Westafrika und wurde am 22.09.1960 von seinen Besatzern in die Unabhängigkeit entlassen. Der Name Mali ist zurückzuführen auf das im 12-14 Jahrhundert mächtige Großreich Mali unter der Keita-Dynastie. In dem islamisch geprägten Mali leben unterschiedliche religiöse und kulturelle Gruppierungen nebeneinander.

Während das Land bis 1992 von Instabilität, Militärdiktaturen und immer wiederkehrenden Unruhen geprägt war, fanden schließlich in der dritten Republik die ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Die neue Verfassung nach französischem Vorbild regelt die Präsidialdemokratie bis heute. Diese sollten den richtigen Weg in Richtung Demokratisierung ebnen. Das Land schien für einige Zeit politisch stabil zu sein und galt schließlich als Vorbildland für eine stabile Demokratie. Trotz vorhandenem Rechtssystem, ist das Land bis heute von Korruption und Klientel-Wirtschaft geprägt, besitzt eine schwache Judikative und ist einem immer stärker wachsenden Drogenmarkt ausgeliefert. In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, sowie zu religiös geprägten Terroranschlägen, besonders im nördlichen Teil des Landes.

Im Jahr 2012 kam es aufgrund von fehlender Opposition, schwacher Staatsstrukturen und Korruption erneut zu einem Militärputsch, welcher abermals etliche Opfer forderte. Aber auch der wiederaufgekeimte ethnisch-politische Nordmali Konflikt, für den Rebellengruppen verantwortlich waren, eskalierte 2012. Eine internationale Militärintervention wurde aufgrund der verschärften Situation diskutiert und schließlich von Frankreich an der Seite der malischen Armee durchgeführt. Am Ende kamen ebenso UN-Truppen zum Einsatz. Die Lage ist weitgehend entschärft, jedoch nach wie vor konfliktgeladen.

2013 konnte die Situation eingedämmt werden und schließlich fanden erneute Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, welche das Land wieder in Richtung Stabilität bringen sollten. Auf der politischen Agenda steht seither die Eindämmung der Konfliktzonen im nördlichen Mali, Armutsbekämpfung, Wirtschaftswachstum, verstärkte Dezentralisierung und die Wiederkehr eines stabilen demokratischen Rechtsstaates.

Obwohl in den letzten Jahren Verbesserungen im Bereich der Armutsbekämpfung, im besonderen im Bereich Bildung und Gesundheit erkennbar sind, ist das Land nach wie vor von einem sehr prekären Bildungs- und Gesundheitssystem geprägt.
Nach wie vor fehlt es an weitreichendem Zugang zu sanitären Einrichtungen, medizinischer Betreuung und sauberem Trinkwasser.
Schwaches Unterrichtsniveau, überfüllte Klassen, starke Abbruchs- und Wiederholungsquote lassen sich ebenso erkennen, wie das starke Auftreten von Kinderarbeit, im ländlichen Bereich häufig innerhalb der Agrarwirtschaft, im städtischen Teil vermehrt in Form des mobilen Handels.
Ebenso präsent ist das Problem der vielen Straßenkinder, welche keinen Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem besitzen, in Armut leben und auf sich selbst gestellt sind.

Fakten

Hauptstadt Bamako (2.515 Millionen EinwohnerInnen 2015)
Fläche 1,24 Mio. km²
Amtssprache Französisch
Währung CFA-Franc
BIP (pro Kopf, Kaufkraftparität) ~ 1174 US-$ (2016)
EinwohnerInnen: ~ 16,955,536 (Juli 2015)
Armutsanteil (unter 2$/Tag) 50,4% (2016)
Analphabetenrate (über 15 Jährigen) 61,3 % (2015)
Kinderarbeit (Alter 5-14) 1.485.027 das sind 36 %(2010)
Kindersterblichkeit 102 /1.000 Geburten (2015)
Anteil der unterernährten Kinder (unter 5 Jahre) 32% (2008)
Muttersterblichkeit: 587/100.000 Geburten (2015)
Lebenserwartung: ~ 55.34 Jahre (2015)

Quellen

GIZ Länderportal
CIA The World Factbook